Sagen über Bützow
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Die Sage von der Glocke in Bützow
Einst wurde ein Bleichermädchen von ihrer Dienstherrin beauftragt, die Wäsche auf der Bleiche vor den Toren der Stadt in der Sonne auszulegen. Erschöpft von der Arbeit, spazierte das Mädchen über den Hopfenwall. Gerade die Anhöhe erreichend, entdeckte sie Soldaten, die einen Überfall auf die Stadt vorbereiteten. Keiner hatte diese vorher bemerkt. Das Mädchen rannte, zu Tode erschrocken, zurück zum Rühner Tor. Sie konnte die Stadt vor dem drohenden Überfall warnen und wurde zur "kleinen Heldin". Zum Gedenken an die Retterin lässt die Stadt abends um 9.00 Uhr eine Glocke läuten. Die Glocke erklingt an den Tagen, an denen sie sonst nicht geläutet wird. Eine andere Geschichte ist, dass sich einst eine Prinzessin im Schneesturm verirrte und nicht nach Hause fand. Dem Klang der Glocke folgend, kehrte sie wohlbehalten in die Stadt zurück.
Der unterirdische Gang Von Bützow soll vor Jahrhunderten ein unterirdischer Gang zum Kloster Rühn geführt haben. Er verlief unter dem See und der Warnow hindurch. Als seine Mündung werden in Bützow verschiedene Stellen genannt, darunter das alte Schloss. Eines Abends begegnete ein Kind einer weißen Gestalt, die zu ihm sprach: "Bei dem Gang ist eine Kammer, in der blüht eine Wunderblume. Hole sie dir, dann wirst du reich werden!" Das Kind gehorchte, aber als es die Wunderblume berührte, sank es tot hin. Der Gang kann von Sonntagskindern betreten werden. Ein an einem Wochentag Geborener wird von einer großen schwarzen Hand mit aller Kraft bestrichen, wenn er es versucht. Der Bützower See Über die Entstehung des Bützower Sees erzählt folgende Sage. Vor einigen hundert Jahren liebte ein Feldherr die Tochter eines Bützower Ratsherren. Diese wollte aber nichts von ihm wissen. Um sie mit Gewalt für sich zu gewinnen, belagerte er die Stadt Bützow. Der Hauptteil des Heeres lagerte auf einer großen Wiese vor den Toren der Stadt. Nach kurzer Zeit gingen der Stadt die Lebensmittelaus, so daß sie sich nicht mehr halten konnte. Die Ratherrentochter beschloss, sich für die Stadt zu opfern und ging ins feindliche Lager. Neben dem Zelt des Feldherren stand eine Glocke, die dieser zur Hochzeit hatte gießen lassen. Als das Mädchen das Lager betrat, wurde die ganze Wiese plötzlich überschwemmt. Das Mädchen klammerte sich in seiner Not an die Glocke, die plötzlich zu schwimmen begann und die Mutige rettete. Das Wasser aber ist bis heute geblieben und heißt Bützower See. |
