Geschichtliches über Gnemern
Das Dorf Gnemern hat seinen Ursprung, nach schriftlichen Zeitzeugen, im Jahre 1223 als slawische Siedlung. Den Namen "Gnemern" prägte offensichtlich Heinrich von Gnemare, als Siedlungsoberhaupt . Dieser wurde als Lehnensherr Verwalter der Gnemerschen Burg, welche Fürst Borwin auf einem Hügel nahe der Beke errichten ließ.
Die Burg, heute als Wasserschloss bekannt, ist seither Mittelpunkt des Ortes, obwohl sie sehr versteckt zwischen riesigen Bäumen liegt. Das Anwesen ist umgeben vom Schlossteich, der durch die an Gnemern vorbeifließende Beke gespeist wird. Der gesamte Ort ist wie das Schloss in ein idyllisches Grün eingepackt. Nur wenige Häuser und ihre großzügigen Grundstücke grenzen aneinander. Viele junge Familien zogen nach der Wende in das Dorf, bauten neue Häuser oder sanierten vorhandene alte Gebäude. Durch die jungen Einwohner kam wieder Leben in die Dorfgemeinschaft. Ein Fußballverein wurde gegründet und regelmäßig treffen sich ältere und jüngere Bürger zum Stammtisch im Schloss- Café.
Gnemern ist von der Landwirtschaft geprägt. Die Flächen um das Dorf werden neben der Agrarproduktionsgenossenschaft (APG) Klein Sein e.G. auch von dem Schleswig- Holsteiner Freiherr von Meerheimb bewirtschaftet. Er ist direkter Nachfahre der Familie von Meerheimb, welche einst Besitzer des Wasserschlosses war und 1945 floh.
Gnemern wird durch die Gemeinde Jürgenshagen mitverwaltet.
Grünes RadDas Grüne Rad ist eine Naturlandschaft zwischen Gnemern und Gischow. Es ist ein Erlebnis der besonderen Art, jeden Naturfreund. Mit dem Auto oder mit dem Fahrrad ist es gut zu erreichen. Von Bützow aus fährt man in Richtung Satow. Nach etwa 7 km biegt man links nach Viezen ab. Weiter geht es durch Viezen nach Gischow und von dort aus nach Gnemern zum Wasserschloss. Dort angekommen, folgt man dem Landweg auf der rechten Seite. Sein Auto oder Fahrrad lässt man dann am besten am Wasserschloss stehen und begibt sich dann in den Wald. Eine kleine Brücke führt direkt über die Beke auf einen Wanderweg, der dem Flusslauf folgt. Ein kleines Hinweisschild zeigt den Weg. Das wildromantische Durchbruchstal, das unter Schutz gestellt ist, tut sich in seiner gesamten Schönheit vor einem auf. Das Wasser plätschert und sucht sich zwischen Steinen und Baumstämmen seinen Weg. Es ist angenehm kühl und es duftet herrlich nach Wald und Pilzen. Große Weinbergschnecken klettern an Bäumen und auf Steinen und Vögel hüpfen durchs Geäst. Das Blätterdach uralter Buchen lässt einige Sonnenstrahlen durch. Die steilabfallenden Hänge sind imposant und lassen erahnen, welche Naturkräfte hier gewirkt haben müssen, um dieses Durchbruchstal zu schaffen. An vielen Stellen führt der Wanderweg über das Wasser. Kleine angelegte Holztreppen und Holzbrücken mit Geländer helfen beim Überqueren, trotzdem erfordert es etwas Geschick. Zurück beim Ausgangspunkt angekommen, kann man beim alten Wasserschloss von Gnemern vorbeischauen. Auf diese Weise verbindet man Historik und Naturerlebnis. Das WasserschlossDer einstige ritterschaftliche Besitz liegt nordwestlich von Bützow und hat eine wechselvolle Geschichte. Der Name des Ortes Gnemern ist auf die Slawenzeit zurückzuführen. Zum Schutz des Landhandelsweges zwischen Rostock und Wismar ließ Fürst Borwin 1223 eine Wasserburg bauen. Ab dem 14. Jahrhundert waren mehrere Familiengeschlechter ansässig. Das Gut wurde mehrfach beschädigt und wechselte oft den Eigentümer.1661 gelangte es in den Besitz der Familie von Meerheimb, welche in der Folgezeit noch andere Anwesen in Mecklenburg erwarb. Nach nahezu 300 Jahren im Besitz der Familie von Meerheimb erfolgte mit dem Ende des 2. Weltkrieges die Enteignung. In den darauf folgenden Jahren diente das Wasserschloss als Gemeindezentrum. Seit 1993 ist das Schloss in Privatbesitz. ![]() |

