Rühn/Kirche


Die Kirche der Gemeinde Rühn


Die Kirche ist ein ungeteilter einschiffiger und verhältnismäßig sehr langer Raum von zweiundvierzig Meter Länge und zehn Meter Breite. Sie wurde errichtet im gothischen Baustil und weist fast alle typischen Stilmerkmale auf.



Altar - Aufsatz
Der Altar-Aufsatz ist ein im Charakter flandrischer Kunst des XVI. Jahrhundert ausgeführtes Werk, einer jener seltenen Flügelschreinen der Renaissance und darum von höchstem Interesse. In der Mitte die Feier des hl. Abendmahls, ein nicht unbedeutendes Gemälde, mit der Unterschrift I. Korinth XI :

SO VAKEN ALSE CHI VAN DESSEN BRODE ETHEN VNDE VAN DESSEN KLECKE DRINCKEN ; SCHOLE GY DES HEREN DODT VORKUNDIGENBETH DAT HE KUMPT. 1578.







In dem Giebeldreieck oberhalb des Mittelschreines die Initialen V (= Ulrich) und E (= Elisabeth) unter einer Krone. Auf den beiden Altarflügeln die Bildnisse des Herzogs Ulrich und seiner Gemahlin, der Herzogin Elisabeth, beide in ganzer Figur und in kniender Stellung.




Kanzel
Von Eichenholz. Einfache gute Renaissance derselben Zeit wie der Altar.


Krucifixus

Hinter dem Altar wird der Triumphbogen Krucifixus aufbewahrt, ein gothisches Schnitzwerk aus dem XV.Jahrhundert, Lebensgröße.






In der Sakristei ein kleineres gothisches Christusbild, auch noch ein Bild mit der Jahreszahl 1586, darstellend als kniende Frau die Herzogin und Aebtissin Ursula zu Ribnitz.





Orgel, Neu

Im Jahre 1811 stand noch von dem Herzog Ulrich und der Herzogin Elisabeth im Jahre 1579 gestiftete Orgel.





Emporen

Die fürstliche Empore auf der Südseite, nahe dem Altar, ruht auf zwei geschnitzten Säulen und ist ein reiches Kunstwerk der Renaissance mit hübschen Fensteröffnungen. Sie gilt als eine Stiftung Ulrich's II. Denn als Bekrönung sehen wir über ihr sein Wappen. Das Wappen ist jünger, die Empore älter. Wahrscheinlich war diese einstmals mit dem Wappen des Herzog' Ulrich I. und seiner Gemahlin Elisabeth geschmückt, die jetzt an der Empore auf der Nordseite, oberhalb der Sakristei, mit der Jahreszahl 1579 angebracht sind. Denn diese Wappen haben offenbar mit der Empore auf der Nordseite, die früher als Orgelchor diente, nichts zu tun.






Glocken

Im Turm sind zwei Glocken. Die größere hat einen Durchmesser von 0,88 m und die kleinere 0,75 m.





Epitaphien

Auf der Südseite des Langhauses ist eine 1597 hergestellte Epitaphien, und zweimal, 1707 und 1775, erneuerte Votivtafel zu Ehren der Herzogin Elisabeth, die sich um die Reformation des Klosters verdient gemacht hatte.



Grabdenkmal

Neben dem Altar auf der Nordseite ist das Grabdenkmal der Herzogin Sophie Agnes geb. 1625. Ein Werk im üppigem Barockstil. Der Grabstein ist mit einer reich geschnitzten Einfassung umgeben. Im Aufsatz dahinter sieht man Wappen und Inschriften und darüber das Bildnis der Herzogin unter einem weit vorspringenden Baldachin.

 

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