Geschichtliches über Schlemmin
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Das Dorf Schlemmin besteht seit 1248, also seit rund 750 Jahren. Schlemmin ist ein kleines Dorf mit ca. 185 Einwohnern. Ein See mit kleiner Insel befindet sich im Mittelpunkt des Dorfes. Sieben Häuser gruppieren sich darum. Davon sind drei bis vier Waldarbeiterkaten (Waldarbeiterhäuser) aus dem 19. Jahrhundert. Das Forsthaus ist das größte Gebäude im Ort. Vor ca. 100 Jahren waren die meisten Einwohner Waldarbeiter (40% / 50%). Zu Schlemmin gehört auch der schwarze See, welcher der höchstgelegene Hochmoorsee Mecklenburgs ist. Auf dem Hohenzug von Eggenberg bis Langenberg befand sich die Wallburganlage Hohe Burg. Es wird vermutet, dass sie aus dem 7. Jahrhundert stammt. Von 1900 bis 1962 gab es eine Schule in Schlemmin. In den Jahren von 1969 - 1970 wurde die Wasserleitung in Schlemmin gebaut und die Dorfstraße erneuert. 1973 legte man ein Tiergehege von 16 ha an (Rehwild, Schwarzwild und Rotwild). Im Mai 1976 konnte die Dorfstraße übergeben werden. Die Erweiterung der Wanderwege zum Schwarzen See 1976 statt. Aus dem ehemaligen Chemiehandel wurde ein Seniorenlandsitz gebaut. Der Umbau dauerte von 1995 - 1997 an. Vom 06. Juli bis 12. Juli 1998 feierte das Dorf 750 jähriges Bestehen. Der FernsehturmAm Fuße der "Hohen Burg", eines Bergrückens in der Nähe Schlemmins, wurde Anfang der 60ziger Jahre ein Richtfunkturm der Deutschen Post erbaut. Viele Schlemminer machten sich Gedanken, den Turm mit einer Höhe von 64m zu einer Attraktion zu machen, als er noch erbaut wurde. Von der Aussichtsplattform hat man ein herrliches Bild der schönen Landschaft. Nachdem der damalige Bürgermeister sich an das Ministerium für Post - und Fernmeldewesen wandte, um im oberen Teil des Turms eine Aussichtsplatte oder ein Cafe auszubauen, genehmigte das Ministerium die Variante, eine Aussichtsetage und ein Cafe am Fuße des Fernsehturms einzurichten. Die Gelder zu Errichtung des Turmes reichten aber nicht aus. Die Meinung der Kontrollgruppe war, dass die zielgerichtete Weiterführung des Objekts Schlemmin das zusammenwirken aller Kräfte erfordert und vollen Unterstützung des Kreises bedarf. Zuerst waren die DFD - Gruppe und die Jugendlichen aktiv. Die Aussichtsplattform wurde hergerichtet. Das hervorragende Ereignis im Kreis sollte die Einweihung des Fernsehturms zum 01. Mai 1967 werden. Ein wunderschöner Spielplatz und herrliche Sitzgruppen, die aus zurechtgeschnittenen Baumstämmen und alten Gartenklappstühlen hergestellt wurden, befinden sich auf dem Parkplatz des Fernsehturmes. Der Kiosk reichte nicht aus, deshalb dachte man an eine große Gaststätte. Die anreisenden Besucher bestätigten den Gedanken. Der Bau der Gaststätten wurde in Angriff genommen, damit sie am 01. Mai 1969 eröffnet werden konnte. Die Gaststätte wurde mit 125 Innenplätzen und 100 Terrassenplätzen ausgestattet. Nach der Wende wurde der Fernsehturm geschlossen. Dadurch kam es zu starken Veränderungen. Umfangreiche Renovierungsarbeiten waren nötig. Den Technikern war besonders der Fahrstuhl ein Dorn im Auge. Zwei Jahrzehnte hatte er schon gedient und hielt den heutigen technischen Anforderungen nicht mehr stand. Der Turm wurde dann teilweise wieder eröffnet, aber die Besucher mussten die Treppe benutzen um auf die Plattform zu gelangen. Kurze Zeit danach wurde er dann wieder geschlossen und man begann mit den Renovierungsarbeiten des ganzen Turmes. Im Juni 1992 erhielt der Schlemminer Fernsehturm einen neuen "Hut". Durch diese neue Spitze ist der Fernsehturm um 30 Meter höher und ragt jetzt über 90 Meter in der Himmel. Am 27. Juni 1992, nach achtstündiger Arbeit, war die Streckung des Turmes vollendet. Wenige Wochen später wurden die Antennen montiert und an die installierte Relaistechnik angeschlossen. Vorraussetzungen für ein leistungsfähiges C - und D - Netz von der Telekom wurde mit der Montage des Aufsatzmastes geschaffen. Jetzt kann man den Fernsehturm leider nicht mehr besichtigen. Bei Interesse kann man sich aber bei der Telekom darüber erkundigen. NaturDas große Waldgebiet ist typisch für Mecklenburg und wird von Besuchern und Einheimischen sehr geschätzt. Man kann dort lange Spaziergänge machen und sich gleichzeitig vom Alltagstress erholen. Das Naturschutzgebiet "Hohe Burg und Schwarzer See" umfasst eine Fläche von ca. 117 Hektar. Davon entfallen etwa 2,65 Hektar auf den Schwarzen See. Er verdankt seinen Namen der dunklen Färbung und ist 1 - 2 m tief. Die Umgebung bietet einen Lebensraum für seltene Pflanzen (z. B. Schlangenbärlapp, Sumpfporst, Krähenbeere oder Rundblättriger Sonnentau) und Tiere wie Seeadler, Kranich oder Schwarzstorch. Aber auch die Schalenwildarten Damwild Rotwild, Rehwild und Schwarzwild sind hier zu finden. Das erhalten gebliebene Tot - und Altholz dient dem Stoffkreislauf des Waldes und sichert Insekten, Vögeln oder Säugetieren die Möglichkeit, in Höhlen oder der morschen Baumrinde eine Unterkunft zu finden. In den struktur - und artenreichen Waldgebieten sind vor allem Insekten beheimatet. Die geschützten Brüche und Moore erfüllen vielfältige Funktionen. Sie sind Wasserspeicher, Feuchtbiotop, Brutrevier für viele Vogelarten und Lebensraum in Einem. Fährt man von Bützow aus in Richtung Wismar und biegt beim Abzweig Schlemmin nach rechts ab, erreicht man nach kurzer Zeit den weit über die Landschaft ragenden Fernsehturm. Hier kann man seinen Pkw abstellen. Auch Möglichkeiten für eine Rast und für die Kinder ein kleiner Spielplatz sind hier zu finden. Am Fernsehturm beginnt die etwa 4 km lange Wanderung. Hinweistafeln und sorgfältig angelegte Wege führen zu den Sehenswürdigkeiten des Waldgebietes, dem Schwarzen See und der Hohen Burg. Sie ist der höchste Punkt des Schlemminer Waldes und war einst Standort einer Wallburganlage. Der Schlemminer Wald ist nicht nur ein Naturparadies, es gibt auch Sagenhaftes über den Schwarzen See und die Hohe Burg zu berichten. Man kann entweder auf eigene Faust den Wald erkunden oder eine Führung beim Revierförster Herrn Hambruch vereinbaren bzw. Informationen von ihm erhalten. |
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Revierförster Herr Hambruch Hauptstraße 10 18249 Schlemmin Tel. 03 84 64 / 2 02 20 |
Forstamt Schlemmin Hauptstraße 10 18249 Schlemmin Tel. 03 84 64 / 2 04 38 |
Die FeuerwehrEinfache Gerätschaften wie z. B. der Ledereimer, der im Notfall an der Pumpe gefüllt wurde, gehört in jedes Gehöft. Es gibt Hinweise das eine Feuerwehr bereits zur Jahrhundertwende existierte. Aus Protokollen erfuhren wir, dass durch die Freiwillige Feuerwehr Brandschauen durchgeführt wurden. Durch den Rat der Gemeinde und der Freiwilligen Feuerwehr wurden zum Schutz der Erate Nachtwachen organisiert. Die ersten Uniformen kamen nach dem Krieg von der Polizei, die vom damaligen Wehrleiter mit dem Fahrrad abgeholt worden sind. Die Freiwillige Feuerwehr Schlemmin war nicht nur für den Brandschutz verantwortlich, sondern auch für die Kultur im Dorf. Es gab in den 80 ziger Jahren nicht nur Feuerwehrmänner, sondern auch Feuerwehrfrauen. Das heutige Sportlerhaus war damals schon ihr Spritzenschauer, in dem eine Handspritze stand, die in den ersten Jahren nach dem Krieg noch zum Einsatz kam. Inzwischen hat die Freiwillige Feuerwehr ein Feuerwehrauto, aber Feuerwehrnachwuchs fehlt. 1996 wurde von den Kameraden eine kleine defekte Glocke behütet. Hierbei handelt sich um eine mittelalterliche Bronzeglocke. Der Durchmesser beträgt 410 mm, der Schlagton ist das "h" und ihr Gewicht beträgt 52 kg. Die Glocke wurde im Glockenstuhl am Teich im Jahre 1998 zum Dorfjubiläum aufgestellt. Sage von der Hohen BurgIn alten Tagen soll auf der Hohen Burg in der Nähe des Dorfes Schlemmin ein mächtiges Schloss gestanden haben. Von hier aus soll einst ganz Mecklenburg beherrscht worden sein. Später ist das Schloss in die Tiefe des Berges versunken, jetzt ist die Hohe Burg von Wald bedeckt. Eines Tages kam ein wandernder Schmiedegeselle an den Berg. Er war von der Reise erschöpft und legte sich ein wenig nieder. Bald war er eingeschlafen. Nach einiger Zeit wurde er von einem alten Männchen mit grauem Bart geweckt. Das Männchen fragte den Gesellen, ob er Lust hätte, viel Geld zu verdienen. Der Schmiedegeselle antwortete, wenn er das Geld auf ehrliche Weise verdienen könnte, würde er gern zusagen. Das Männchen nickte ihm zu und bedeutete ihm, mitzukommen. Nach einigen Schritten kamen sie an eine Tür, die in den Berg hineinführte. |
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![]() Sie kamen zu einem großen Stall, in dem Hunderte von Pferden standen, die beschlagen werden sollten. Außerdem fanden sie eine vollständig eingerichtete Schmiede und sehr viel Kohle. |
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![]() Der Geselle begann sofort mit dem Beschlagen der Pferde. Als er seine Arbeit beendet hatte und alle Rösser mit Hufeisen versehen hatte, war ein Jahr vergangen. |
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Das Männchen gab ihm nun seinen Lohn, es war mehr, als er tragen konnte. Er wurde aus dem Berg herausgeführt und erfuhr beim Abschied, diese Pferde würden Mecklenburg wieder zu einem großen und mächtigen Königreich verhelfen.
Der Schmiedegeselle setzte seine Reise fort, er wurde später ein wohlhabender Mann. |
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Sage vom schwarzen See![]() Vor langer Zeit pflügte ein Schlemminer Knecht in der Nähe des Sees den Acker seines Herren. Die Arbeit ging nur langsam voran, denn er hatte nur ein altes, klappriges Pferd. |
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| Das Feld sollte aber bis zum Abend fertig bestellt sein, eher durfte der Knecht nicht nach Hause zurückkehren. Der Tag ging schnell vorbei, der Abend nahte schon und noch immer war ein Ende der Arbeit in Sicht. Noch nicht einmal die Hälfte war geschafft. Der Knecht fluchte und peitschte das Pferd, aber die alte Mähre kam fast nicht mehr von der Stelle. Nach ein paar Minuten brach sie erschöpft zusammen. Außer sich vor Zorn rief der Knecht: "So hilf mir Satan schnell den Acker zu bestellen und nimm meine Seele dafür." | |
![]() Kaum waren die Worte gesprochen, kam ein prächtiges, kohlrabenschwarzes Ross im schnellen Galopp vom See daher. Es wieherte munter, scharrte mit den Hufen und ließ sich geduldig einspannen. Der Knecht wartete nicht lange, sondern begann sofort mit der Arbeit. Kaum war die Dämmerung hereingebrochen, war der Acker fertig bestellt, ohne jeden Fehl und Tadel. |
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Von der Arbeit erschöpft, wollte der Knecht nach Hause reiten. Kaum saß er aber auf dem Rücken des Teufelspferdes, sprang es feuersprühend fort und hielt direkt auf den See zu. Der Knecht schrie und tobte, schlug auf das Pferd ein, alles half nichts. Das Pferd verschwand mit ihm und dem Pflug im See. Er war in der Gewalt des Teufels.
Seitdem trägt der Schwarze See den Beinamen Teufelssee. |
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