Schwaan


Historisches über Schwaan



Die Gründung der Stadt Schwaan ist urkundlich nicht erwähnt, aber die der Kirche im Jahre 1232. So kommt man zu der Annahme, der Ort hätte 1230 schon als Stadt bestanden. Der Ort liegt an einem sehr alten Übergang einer Fernstraße über die Warnow und ist slawischen Ursprungs. In der slawischen Periode gab es bereits vor der Stadtgründung an heutiger Stelle von Schwaan einen geschützten Warnowübergang mit einer 1170 erwähnten Burg und einem Markt mit der Ortsbezeichnung "Zyvan", auch "Syvan". Daraus wurde dann Swan. Das Wappen der Stadt, der Schwan, leitete sich aus der Schreibweise des Namens ab und erschien erstmals 1606 auf einem Siegel. Der Name wurde später als niederdeutsch aufgefasst und ins Hochdeutsche zu Schwan und zuletzt Schwaan übertragen. Die Burg diente im Laufe der Jahre als Witwensitz, Domizil der Landvögte oder als Quartier verschiedener durchziehender Truppen. Später wurde sie abgerissen und 1582 als Renaissanceschloss neu errichtet. 1718 wurde das Schloss abgerissen, nur der Turm blieb noch bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts erhalten. Um 1300 hatte die Stadt im wesentlichen ihre Position als Zentrum des "Landes Schwaan" ausgebaut und gefestigt, war Sitz einer Vogtei des Landesfürsten und besaß Marktrecht.






Kirche in Schwaan

Der Bau der Stadtkirche St. Paulus hatte mit Chor und Schiff seine heutige Grundform erreicht. Der ehemals achteckige Turm erhielt seine viereckige Form 1840. Auf der Ost - und Nordseite der Kirche befand sich der Markt.



Das Rathaus

Das Rathaus stand bis zur Brandzerstörung 1765 frei auf der später zum Marktplatz erweiterten Fläche gegenüber dem heutigen Postamt. Es wurde dann an seinem heutigen Standort neben der Kirche wieder aufgebaut und 1855 renoviert. Schwaan hatte während der verschiedenen Kriege unter den Plünderungen der durchziehenden Truppen zu leiden und wurde 5 mal von Stadtbränden heimgesucht, am 14.5. 1765 brannte die über 1000 Einwohner zählende Stadt vollständig ab. Vom Feuer wurden nur die Kirche, das Amtshaus, die Mühle und 5 Wohnhäuser verschont. Der Wiederaufbau erfolgte noch in den alten Bebauungsgrenzen und so erhielt der Stadtkern seine heutige Gestalt.










Das Museum

Der älteste Profanbau der Stadt ist die 300 Jahre alte ehemalige Wassermühle. Sie beherbergt seit dem 26.10.2002 ein Museum über die Schwaaner Künstlerkolonie.

Seit dem Mittelalter war Schwaan eine Stadt der Ackerbürger, Handwerker, Arbeiter und Händler. Gesellschaftliche Höhepunkte waren die jährlichen Märkte. Mitte des 19. Jahrhunderts hatte Schwaan 2288 Einwohner. Ansiedlungen von Gewerben der Ton -, Torf -, Holz - und Getreideverarbeitung wurden durch die natürlichen Gegebenheiten gefördert. So gab es 3 Ziegeleien, 3 Windmühlen und 1 Wassermühle. Weiteren Aufschwung brachte die Einweihung der Bahnlinie Hamburg - Rostock 1850. Der Schwaaner Bahnhof wurde im gleichen Jahr gebaut, der erste Zug fuhr am 13. Mai 1850. 1914 wurde der Bahnhof aufgestockt und vergrößert. Die Stadtsparkasse wurde 1848 gegründet, im selben Jahr wurden ein Altersheim und ein Siechenhaus gebaut. Das geistige und kulturelle Leben in der Stadt erfuhr durch die Gründung von Vereinen zur Jahrhundertwende einen Aufschwung. Schwaan wurde beliebtes Ausflugsziel für die Bürger Rostocks. Gaststätten und Badeanstalten entstanden. Der gebürtige Schwaaner Maler Franz Bunke (1857 - 1937) gründete 1892 die Schwaaner Künstlerkolonie. Er war Professor an der Weimarer Malerschule und brachte jeden Sommer bis zu seinem Tod Kollegen und Schüler mit in die Warnowstadt. Zum Wechsel ins 20. Jahrhundert entstand der städtische Schlachthof. Es wurde die Gasanstalt gebaut, Schwaan wurde an die Überlandzentrale der Elektrizitätswerke angeschlossen und gründete eine Genossenschaftsmolkerei und eine Kartoffeltrocknungsfabrik. Weiterhin wurde die Fischkonservenfabrik gegründet, die heute noch ein bundesweit erfolgreiches Unternehmen ist. Die Entwicklung Schwaans wurde durch den ersten Weltkrieg unterbrochen. Auch in der Zeit danach stagnierte Wirtschaft und Kultur.



Holzbrücke

1928 wurde die Jahrhunderte alte Holzbrücke über die Warnow durch eine neue Brücke aus Stahlbeton und Stahl ersetzt. Diese wurde am 1. Mai 1945 zerstört und später wieder aufgebaut.


Nach dem zweiten Weltkrieg nahm durch die Flüchtlingsströme die Bevölkerungszahl stark zu. 1956 wurde die neue Schule eingeweiht. Die Stadt wurde 1958 an die zentrale Wasserversorgung und 1961 an die Ferngasversorgung angeschlossen. Es erfolgte die Gründung einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) und die Verstaatlichung privater Betriebe. An der Warnow entstand das Naherholungszentrum "Sandgarten". Nach 1990 kam es zur Reprivatisierung von Unternehmen und zur Gründung neuer Privatbetriebe. Es erfolgten Maßnahmen zur Stadtsanierung und die Belebung historischer Traditionen.

 

Seitenanfang