Wissenswertes über Schwaan
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Ossenschaul Eine eigene interessante Vorgeschichte hat ein Haus am Markt in Schwaan. Es ist "de Swaaner Ossenschaul" (Ochsenschule). Dieser Name erklärt, wie der Bau Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden ist, sagt aber nichts über den Intelligenzgrad der darin unterrichteten Schüler aus.
Die Stadtväter hatten beschlossen, das ein neues Schulhaus gebaut werden muss. Dafür fehlten aber auch schon zu diesem Zeitpunkt (wie auch heute) die finanziellen Mittel. Bauholz war vorhanden, es musste nur aus weit entfernten Wäldern herangeholt werden und das war teuer.
Man musste sich also etwas einfallen lassen, damit die Schule doch noch gebaut werden konnte. Wegen der Gespanne zum Transport des Bauholzes verhandelte der Bürgermeister mit den wohlhabendsten Ackerbürgern der Stadt. Zu dieser Zeit waren die Pferde knapp, so wurden zwischen 8 und 12 Ochsen ins Joch gespannt. Der Bürgermeister versprach den reichen Ackerbürgern (Bauern), wenn Sie die Holzfuhren umsonst fahren, dürfen ihre Kinder schulgeldfrei die neue Schule besuchen.
Die Väter willigten ein und ließen das Holz von ihren Fuhrknechten umsonst heranfahren.
So kam es dass die Kinder der wohlhabenden Leute der Stadt die Schule umsonst besuchten, aber die Kinder der ärmsten Leute bezahlen mussten. Sogar alle Kaufleute, Handwerker, Beamte mussten dafür bezahlen, dass ihre Kinder die Schule besuchen durften.
Das ging aber nur eine gewisse Weile gut, dann aber wurden die Jungen und Mädchen der ochsenbesitzenden Väter verprügelt und verspottet. Und so entstand der Name "Ossenschäuler" und "Ossenschaul", der bis heute nicht vergessen ist.
Schwaanscher Kuchen Als im Jahre 1677 ein verheerender Brand in Rostock wütete und fast alle Mühlen, Bäckereien und einen Großteil der Getreide- und Mehlvorräte vernichtete, drohte den Rostockern eine Hungersnot. Rettung kam aus der kleinen Stadt Schwaan, denn die Bäcker kamen mit Brot und Kuchen zu Hilfe. Zum Dank dafür erhielten sie das Recht, jedes Jahr am Gründonnerstag auf dem Rostocker Neuen Markt mit einer Köstlichkeit, einen Zuckerkuchen mit Rosinen, zu handeln. Dieser "Schwaansche Koken" war beliebt bei den Rostockern und der Bevölkerung der Umgebung. Auch Ärger, Neid und Missgunst der Rostocker Bäcker verhinderte nicht den Fortbestand dieses Privilegs. Der Verkauf der Schwaaner in Rostock hörte erst um 1850 auf.
Rezept: - 4 Loth Butter (60 g) in 1/4 Pott (Liter) Milch geben - Milch lauwarm machen bis Butter schmilzt - mit 4 Eidottern und 1,5 Pfund Mehl zu einem Teig verrühren - eine Handvoll Rosinen, zerstoßene Cardamonen von 7 Schoten - 4 Loth feingestoßenen Zucker dazu - 5 Loth (75g) trockene, in Milch aufgelöste Hefe darunterrühren - mit Eischnee vermischen - auf warme Eisenplatte setzen - aufgehen lassen - mit Ei bestreichen - in mäßig warmem Ofen etwa 1 Stunde backen - mit Zucker bestreichen |
