Die Warnow
Zu den reizvollsten Formen des Wanderns gehört das Wasserwandern. Bei Grebbin in der Nähe von Parchim als kleiner Wiesenfluss beginnend, durchfließt die Warnow die Landkreise Parchim, Güstrow, Doberan und mündet bei Rostock in die Unterwarnow. Mit einer Lauflänge von 148 km ist sie der zweitlängste Fluss Mecklenburg-Vorpommerns. In ihrem Einzugsgebiet liegen ca. 350 Seen mit einer Fläche größer als 1,0 ha, die für die Gewässergüte und Fließverhältnisse von großer Bedeutung sind. Die Warnow durchfließt einige Höhenzüge in Form von Durchbruchstälern.
Viele Boote fahren den Fluss hinauf oder hinab, da er unter den Wasserwanderern sehr bekannt und beliebt ist.
Die Fahrt beginnen Sie am Sternberger See. Der Burgwallsee (Binnensee) bei Groß Raden oder das Gelände des Sternberger Freibades kommen als Einsatzorte in Frage. Profitieren kann man von einem Besuch des Archäologischen Landesmuseums Mecklenburg-Vorpommerns dem Freilichtmuseum auf der Burgwallhalbinsel, wenn das Boot bei Gross Raden eingesetzt wird. Gegenüber vom Haupteingang des Museums befindet sich die Einsatzstelle, wo die Fahrt beginnen kann. Anzusteuern ist zunächst die Verbindung des Binnen- oder Burgwallsees zum Trenntsee. Hat man diesen erreicht, wird sich am rechten Ufer (links bleibt der Trenntsee mit seinen beiden Inseln liegen) die Wasserfläche des Großen Sternberger Sees öffnen.
Beherrscht wird die schöne und interessante kleine Stadt Sternberg vom Turm der gotischen Pfarrkirche, welcher vom anderen Ufer grüßt. Eine weiträumige Bucht erreichen Sie, wenn Sie sich am rechten Ufer halten. Am Ende dieser Bucht tritt die Mildenitz, nachdem sie in den Trenntsee eingeflossen war, aus dem Sternberger See wieder aus. Zwischen zwei Wasserläufen können sich die Wasserwanderer entscheiden. Wählt man den rechten Wasserlauf, gelangt man an den blind endenden ursprünglichen Ausfluss der Mildenitz, sollte man den linken Wasserlauf wählen, gelangt man nach kurzer Zeit an ein Wehr. In beiden Fällen muss man das Boot aus dem Wasser nehmen und um das Hindernis tragen, da die Böschung des Flussverlaufs einem den Weg versperrt. Die Uferböschung zu überwinden, scheint einfacher. Bislang war das Wasser der Sternberger Seen sehr getrübt, so erlebt der Wanderer auf der Mildenitz nun klares und sauberes Wasser, wobei er sich an zahlreichen Wasserpflanzenbeständen, Fischen, Krebsen und Muscheln erfreuen kann. Die Mildenitz unterquert nach kurzer Fahrt in Höhe der Sternberger Burg die Straße Gross Raden - Sternberg. Um sich durch die Untiefen des ehemaligen Aalfangs zu dirigieren, muss hier das Boot verlassen und (unbedingt) Schuhwerk getragen werden. Einer der reizvollsten Abschnitte der Mildenitz liegt nun vor uns.
Bewaldete Ufer ragen steil zu beiden Seiten empor. Diesen etwa 2 km langen Abschnitt sollte man je nach Wasserstand und Bootstyp mit entsprechender Vorsicht befahren. Die Mildenitz mündet nach diesem Abschnitt in die Warnow. Eines der reizvollsten und schönsten Abschnitte dieser ganzen Fahrt liegt nun vor Ihnen. Der Abschnitt ist das Naturschutzgebiet Warnow und Mildenitz Durchbruchtal. Beim Erreichen der Fußgängerbrücke steigen Sie aus um den vor einem liegenden Abschnitt, der Wildwassercharakter trägt, zu erkunden und sich für eine flotte Durchfahrt oder das vorsichtige Dirigieren des unbesetzten Bootes zu entscheiden.
Klein Raden erreichen Sie, nachdem Sie die vor einem liegende kleine Insel rechts umfahren haben. Eine Möglichkeit die Fahrt zu unterbrechen und das Zelt aufzuschlagen, bietet sich an der Badestelle des Sommerlagers und der Bungalow - Siedlung. Hier bietet sich eine gute Gelegenheit, die Schönheiten des Warnowtals zu erkunden. Klein Raden wäre für den eiligen Wasserwanderer der Einsatzort, die Warnow bis Bützow ohne Übernachtung zu befahren. Zu einer Unterbrechung beim Fortsetzen der Fahrt kann es kommen, wenn das Hängewerk der Brücke, welche Klein Raden mit Eickelberg und Eickhof verbindet bei einem normalen Wasserstand fast bis zum Wasserspiegel reicht. Notwendig ist dann das linksseitige Umtragen. Weiter geht es durch dichte und weiträumige Erlenbrüche. Die Unterquerung der Eisenbahnbrücke bei Eickhof gilt jetzt Ihrer Aufmerksamkeit. Das Wasser fließt nach kurzer Beschleunigung ruhig weiter und der Fluss teilt sich vor Ihnen.
Die Warnow eilt rechts zum Mühlenwehr in Eickhof und ein Aalfang versperrt Ihnen die Weiterfahrt geradeaus. Das Boot muss nun am linken Ufer aus dem Wasser genommen werden, dann wird es unterhalb der Brücke wieder eingesetzt. Bei Niedrigwasser ist auf den ersten 200 m nach dem Umtragen auf große Steine im Wasser zu achten. Anschließend trägt uns der Fluss, mäßig strömend, ohne Hindernisse weiter. Eine weitere Gelegenheit zum Zelten bietet sich für den gemächlichen Wanderer in der Höhe des Warnower Bahnhofs.
Der Fluss hat seinen Charakter von Eickhof an umgewandelt. In den mächtigen Torfkörper des ehemaligen Urstromtals hat er sich tief eingeschnitten (Wassertiefe bis 5 m) und durch die Niedermoorwiesen fließt er langsam an Zernin vorbei auf Rühn zu. Die Straßenbrücke Warnow - Rühn überquert den Fluss. Der Rastplatz lädt zum Verweilen ein. Hier kann der Flusswanderer entscheiden, ob er einen Abstecher zum Naturschutzgebiet "Peetscher See" unternehmen möchte (ca. 2,5 km).
Das Auftauchen von ersten Bootshäusern und Wohnvierteln kündigt an, dass man sich auf Bützow zu bewegt. Der Fluss teilt sich vor Ihnen. Der Wasserwanderer erreicht in jedem Falle die Kreuzung zweier Wasserläufe, egal ob er rechts oder links weiterfährt. Man sollte geradeaus weiterfahren, wenn man den rechten Wasserlauf gewählt hat, beim linken Wasserlauf biegt man nach erreichen der Kreuzung links ab. Bis zur alten Schleuse an der Mühle fahren Sie auf dem ursprünglichen Lauf der Warnow weiter. Wer die Fahrt unterbrechen möchte, kann die Stadt besichtigen und eventuell einkaufen, sonst kann er auf dem Rastplatz am Bützower See sein Zelt aufschlagen. Hat man nicht die Absicht sein Zelt am Bützower See aufzuschlagen, kann man die Stadt besichtigen und eventuell einkaufen. Am alten Hafen vorbei, dem Getreidespeicher und an vielen Wassergrundstücken geht die Fahrt weiter. Die Warnow nimmt von rechts die Mündung der Nebel und des Umflutkanals auf. Sucht man den Wasserwanderrastplatz am Bützower See auf, fährt man den Wasserlauf abwärts, der von links kommt und in die Warnow mündet. Die Gelegenheit in die Gaststätte "Kaffeekrug" zu gehen hat man nach der Unterquerung der Straßenbrücke Bützow - Schwaan. Von da aus gelangt man in den Bützower See und steuert das Gelände der Alten Badeanstalt am linken Seeufer an. Hier befindet sich ein Rastplatz. Setzt man seine Fahrt fort, verlässt man den See über die Temse bzw. Löcknitz und fährt im umgekehrten Sinn weiter. Dort ist der Lauf der Warnow fast zum Stillstand gekommen. Die Stille und Weite der Landschaft genießend, fahren Sie stromab durch eine weitere Wiesenlandschaft, deren Strecken von Erlen gesäumt wird. Hier unterqueren Sie die Kambser Brücke und haben nach 10 km Fahrt die Möglichkeit in Höhe der Ortschaften Vorbeck und Werle eine Pause einzulegen, um hier einen Ort von großer historischer Bedeutung, das Gelände der ehemaligen slawischen Fluchtburg Werle, zu besuchen. Wenn Sie den Campingplatz "Sandgarten" Schwaan erreichen wollen, der am rechten Ufer liegt, legen Sie von hier aus einen Fußmarsch von 8 km zurück. Seine Fahrt problemlos bis Rostock fortzusetzen oder die Fahrt hier zu beenden liegt nun im Ermessen des Wasserwanderers. Zu den schönsten und eindrucksvollsten Wandererlebnissen gehört auf jeden Fall das Befahren des Warnowabschnittes, ca. 45 km, die sie je erlebt haben.
