Zepeliner Trachten
| Die Zepeliner Tracht war sehr verbreitet in Dörfern die dem Domstift angehörten. In unserer Region zählten z.B. folgende Dörfer dazu: Jürgenshagen, Penzin, Passien, Selow, Neuendorf, Parkow, Groß- und Klein Belitz und teilweise auch in Bernitt und Wokrent. | |
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Die Männer trugen im Alltag knielange Hosen (die man auch Knall oder Knarrbücks nannte) mit an den Knien befestigten Lederriemen und einer kleinen Hosenklappe, welche nur bis zur hälfte an der Hüfte aufgeknöpft werden konnte. Einige Jahre später ca. um 1860 - 1870 kamen Hosenträger auf und einige Jahre Später auch die langen Hosen. Als Oberbekleidung trugen sie eine Tuchweste aus Lack, die ein Rückenstück aus Leinen (Bostdok genannt) hatte. Die Weste war in rautenartig gestreiften Muster und wurde mit Knochenknöpfen (zweireihig angeordnet) geschlossen. Am Rückenteil war sie etwas gekräuselt. Über der Weste hat man eine blaugesche Jacke getragen, über welcher man bei der Arbeit, besonders in Zepelin, ein Hemdartiges Kleidungsstück (Boje) trug. An den Füssen trug man weiße Wollsocken mit eingestricktem Zwickel und Stiefel, bei denen an den Seiten die Strippen zum hochziehen heraussahen. Durch Musselin- und Seidentücher wurde die Kleidung ergänzt. Zur Kopfbedeckung gehört ein runder, kleiner, breitkrempiger Hut. Die Knechte trugen bei der Arbeit eine Gestrickte Zipfelmütze mit Troddel. Im Winter trug man einen Sammetpudel mit Lammfellfutter, der eine grüne Farbe hatte und einen Troddel in der Mitte. |
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An Feiertagen bzw. zu Festlichkeiten trug man einen schwarzen Rock oder eine grün- oder rotbunte Jacke. Bei älteren Männern war es noch um 1837 üblich zum Kirchgang ein grünes Futterhemd zu tragen. Auch Knaben trugen bis zur Konfirmation ein solches Hemd und anschließend bekamen sie schwarze Röcke. |
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Die Alltagsbekleidung der jungen Mädchen aus Zepelin bestand aus grünen Mützen, mit rotem Band oder rote Mützen mit grünem Band. Das Band war neun Ellen lang und wurde bei der Arbeit und im Haus um die Haube herumgesteckt. Jung verheiratete Mädchen trugen dunkelrote Damastmützen, mit schwarzen Flor überzogen. Die Frauen, die schon länger verheiratet waren, war die Schwumse schwarz und rundum war ein schwarzes festgenähtes Band und eine kleine weiße Spitze sah schmal an den Schläfen hervor. Außerdem trugen Sie Dreistückmützen mit einem "Spohnhoot". Die Frauen trugen immer hochgestecktes Haar, das mit Knochenstücken und Strumpfband befestigt wurde. Im Alltag trugen sie schwarze oder buntgestreifte, ganz kurze Gaschenröcke, die unten ein grünes Samt- oder Seidenband hatten. Darüber hatte man eine blaue Schürze, vorne zum zubinden. Dazu eine schwarze Jacke, hinten mit kurzen Schoßenden (Schlippen) und ein größeres Tuch aus Wolle oder Musselin, darüber ein feineres kleines Tuch mit Blumenmuster. Die Fussbekleidung bestand aus schwarzen Strümpfen und Schuhen mit Spangen und Absatz. Im Alltag war es üblich Pantoffeln zu tragen, zu Festlichkeiten trug man Schuhe mit hohen Absätzen. Zum tanzen trugen die Frauen "flässen Oewerhemden" mit Vogel- oder Blumenstickerei. Außerdem war es üblich zu den Festlichkeiten einen Muff zu tragen, der innen weiß und außen aus schwarzem Fell war. Man steckte in ihn großgeblümte Taschentücher. |
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Junge Mädchen trugen grüne Joppen, auch mit Schoßenden oder Schlippen, vorn zugeheftet. Das Bindlief war aus buntgestreiften Kamink. Bei Trauer hingen schwarze Trauertücher zweimal um den Strohhut gebunden bis zur Erde, die Schürze dazu war klarweiß. Die Zepeliner Trachten wurden bis Anfang des 19. Jahrhunderts getragen. |
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