Zibühl

Geschichtliches über Zibühl

1322 Cibule, 1346 Zibuile; heute "Zibühl". Altes Cibule neben polnischen vormaligen Cybulin, Cybulice, abgeleitet von niederserbischem und polnischem cybula "Zwiebel". Das althochdeutsche zibolle, die Quelle des wendischen Wortes, ist früh durch römische Händler mit der Sache in den deutsch-wendischen Raum eingeschleppt. In mecklenburgischen Urkunden und Akten des 15. und 16.Jh. sind für Zibühl wendische Zu- und Familiennamen nicht nachweisbar. Mit seinen 114 Einwohnern bildet Zibühl den größten Ortsteil der Gemeinde Dreetz. Die urkundliche Ersterwähnung erfolgte im Jahr 1322. Als Besitzer wird der Ritter Nicolaus von Bülow genannt, der hier auf seinem Ritterhof wohnte. Die Untertanen wohnten in Katen an der Dorfstraße. Das Geschlecht der von Bülow war über 300 Jahre hier ansässig. Von der Hofanlage ist nichts mehr erhalten. Die Ställe und Scheunen wurden bei der Besiedlung 1934 abgerissen. Das Gut wurde restlos in 19 Siedlerstellen aufgeteilt, von denen 15 neue Häuser erhielten. Nur das 1914 erbaute Inspektorenhaus existiert noch und steht seit 1996 unter Denkmalschutz. Im Dorf selbst sind noch zwei Gutskaten und die ehemalige Dorfschule vorhanden. Bis 1968 wurde hier Schule gehalten. Diese ist seit 1996 in Privatbesitz und zu einem Wohnhaus umgebaut worden. Seit 1994 entstanden sechs neue Eigenheime.

Quellen:
Mecklenburgische Urkundenbücher
Dr. Hans Witte
Dr. Reinhold Trautmann

 



Inspektorenhaus (April 2010)
Der eingeschossige Backsteinbau ruht auf einem hohen Kellergeschoss aus Feldsteinen. Der mit zwei Pilastern geschmückte Mittelrisalit wird mit einem Dreiecksgiebel abgeschlossen.

Baustil/Bauweise: Backstein, Feldstein

 

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