Neukirchen

Geschichtliches über Neukirchen


Der Ort Neukirchen wurde erstmals 1233 als "Nienkerken" erwähnt, bis in das 19. Jahrhundert hieß er "Neuenkirchen.
Um 1368 war Neuenkirchen ein ritterschaftlicher Bauernhof gewesen, welche unter der Maltke`schen Herrschaft bis Mitte des 17. Jh. währte.
Der Name besteht aus zwei Teilen, dem Bestimmungswort "Nigen (Nien)" (mittelniederdeutsch für neu) und dem Grundwort "Kerken" (mittelniederdeutsch für Kirche).
Im 16. Jahrhundert wurden beide Begriffe verhochdeutscht zu Neuenkirchen. Im 19. Jahrhundert entfiel die Endung -en und der amtliche Name des Ortes lautet seitdem Neukirchen.

Die Kirche


Kirchen gehören zu den ältesten Baudenkmälern unserer Region.


Da die Kirchen meist regelmäßig genutzt wurden, war ihre Erhaltung weitgehend selbstverständlich. So konnten sie die Zeit überdauern. So auch die Kirche in Neukirchen, die neben weiteren Kirchen erstmals 1233 in der Urkunde des Klosters Rühn erwähnt wurde


Ob sie zu dieser Zeit in dieser Form errichtet wurde, ist unklar. Demnächst geplante dendrochronologische Untersuchungen (Untersuchungen der Jahresringe des Bauholzes, um das Alter zu bestimmen) sollen darüber Aufschluss geben.



Das Kirchengebäude wurde von den Bauern unter Anleitung von Klosterbaumeistern errichtet. Es ist 50 Meter lang und 15 Meter breit. Der Altarraum wurde im spätromanischen Stil erbaut und ist mit Kreuzgewölben versehen. Das Kirchenschiff ist aus der Zeit der Frühgotik und hat ein Kuppelgewölbe. Im 50 Meter hohen, gewaltig wirkenden Turm befinden sich 2 Glocken, vermutlich aus dem Mittelalter.


Zu der Kirche gehört ein großer Bestand an Heiligen Geräten z.B. Abendmalkelche, Brotschachteln und Taufschalen. Im Altarraum sind Grabplatten aufgestellt, die sich ursprünglich unter dem Gestühl befanden . Hier befindet sich der hölzerne Taufständer aus dem 17. Jahrhundert. Der mit Motiven aus der biblischen Geschichte gestaltete Barockaltar ist mit der Altarschranke vollständig erhalten. Neben dem Kreuzigungsbild bestimmen Glaube und Hoffnung das Bild. Die Kanzel stammt aus dem Jahre 1726 und erinnert an die berühmte Kanzel von Andreas Schlüter in der St. Marienkirche zu Berlin. Fenstermalereien aus dem Jahre 1872 zeigen die Apostel Petrus und Paulus.


Das Triumphkreuz aus dem 13. Jahrhundert hängt jetzt über dem Bogen und ist das älteste Stück in der Kirche. Das von Domänenpächter Krüger aus Matersen gestiftete Epitaph befindet sich an der Südwand der Kirche. Es stellt christliche Auferstehungshoffnung in ergreifend einfachen Bildern dar. Die Orgel, die 1769 von dem berühmten Orgelbaumeister Paul Schmidt aus Rostock geschaffen wurde, besteht noch weitgehend aus Originalbestandteilen. Ihr Prospekt ist im Rokokostil. Sehenswert sind auch die Kronleuchter, die im Innenraum mit 48 Kerzen Licht spenden. Der gesamte Kirchhof ist von einer Feldsteinmauer umgeben, die mit Mönch und Nonne gedeckt ist und nach 1990 saniert wurde. Jeden Sonntag findet um 10.00 Uhr der Gottesdienst statt. Die Glocken rufen alle und heißen jeden willkommen. Ansonsten bietet sie Raum für verschiedene Festlichkeiten, aber auch für Kirchenkonzerte und Gemeindetage. Auch für "weltliche Feiern" ist man offen, soweit sie nicht gegen den christlichen Glauben richten.

Interessierte erhalten eine Führung. Reisegruppen und Schulklassen melden sich bitte vorher bei
Herrn Pastor Lange unter
03 84 66 / 2 02 09 an.

Sage


Vor vielen Jahren wollten die Rostocker die Glocke der Neukirch´ner Kirche für den Turm der Petrikirche haben. Für eine beträchtliche Summe waren die Neukirchner bereit, die Glocke an die Rostocker abzutreten. Die Glocke wurde auf einen Wagen geladen und acht Ochsen wurden davor gespannt. Als der Wagen aber an die Grenze der Neuenkirchner Feldmark kam, bewegte er sich kein Stück weiter. Auch das Vorspannen acht weiterer Ochsen brachte keinen Erfolg. Da wurde Gottes Wille erkannt. Der Wagen kehrte um und acht Ochsen zogen den Wagen mit Leichtigkeit zur Kirche zurück.

 

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